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Schulpraxissemester in Baden-Württemberg

Informationen

Das Schulpraxissemester (SPS) ist Bestandteil des gymnasialen Lehramtsstudiums und gemäß § 9 GymPO I verpflichtend für alle Lehramtsstudierenden in Baden-Württemberg. Sein Bestehen ist Voraussetzung für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung für das höhere Lehramt an Gymnasien und Beruflichen Schulen. Es besteht aus einem 13-wöchigen Praktikum an einem allgemein bildenden Gymnasium oder an einer beruflichen Schule in Baden-Württemberg sowie pädagogisch-psychologischen und fachdidaktischen Begleitveranstaltungen an einem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien oder Berufliche Schulen) in Baden-Württemberg.

In Bezug auf das Praxissemester im Rahmen der Lehrerausbildung kooperieren zwar die Universitäten, Hochschulen, Studienseminare und Schulen bei der Ausbildung und Betreuung der Praktikanten, für die Organisation und Durchführung des Schulpraktikums selbst sind jedoch ausschließlich die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung – also nicht die Universitäten – zuständig. Genaue Informationen erhalten Sie daher unter dem gemeinsamen Internet-Eingangsportal aller baden-württembergischen Seminare unter www.seminare-bw.de

Ziel des Schulpraxissemesters ist eine stärkere Verzahnung der Ausbildungsphasen durch eine frühe Auseinandersetzung mit berufsfeldbezogenen Fragen der Pädagogik und Fachdidaktik. Mit der strukturellen Verbindung von praktischer Erfahrung an der Schule und theoretischer Reflexion in den Begleitveranstaltungen der Studienseminare dient das Praxissemester daher der Berufsorientierung und Berufsqualifizierung. Es zielt auf eine Stärkung des Bezugs zur Schulpraxis bei den Studierenden und ermöglicht ihnen ein frühzeitiges Kennenlernen des gesamten Tätigkeitsfeldes Schule unter professioneller Begleitung. Der Schulalltag mit den verschiedenen Unterrichtssituationen, Lehrerprofilen, aber auch den spezifischen Belastungen des Berufs wird von den Studierenden unmittelbar erfahren. Einblicke in das Lern-, Sozial- und Freizeitverhalten von Schülern und Schülerinnen sowie in das schulische Umfeld ermöglichen es den Studierenden, ihre Eignung für den Beruf als Lehrer/in stärker zu reflektieren. Erfahrungen in der Schule mit bis dahin vielleicht weniger beachteten Themenfeldern können somit zu einer gezielten Schwerpunktsetzung im weiteren Studium beitragen. Aus diesem Grund ist das SPS im fünften Semester gut angesiedelt.

Das SPS muss als Modul, belegt mit 16  ECTS-Punkten, bestanden werden, kann aber bei Nichtbestehen nach einem Jahr noch einmal an einer anderen Schule wiederholt werden. Am Ende muss den Studierenden von der Schulleitung auf der Basis einer schriftlichen Beurteilung durch die Ausbildungslehrkraft im Einvernehmen mit dem beteiligten Studienseminar für Didaktik und Lehrerbildung das Bestehen bzw. Nichtbestehen attestiert werden. Entsprechende Kriterien (siehe Tabelle) werden den Schulen durch eine Handreichung des KM vorgegeben. Konkret bedeutet dies, dass die Studierenden eine Beurteilung darüber erhalten, ob bei ihnen im Hinblick auf eine spätere Lehrertätigkeit die ihrem Ausbildungsstand entsprechenden Grundlagen bezüglich didaktisch-methodischer und persönlicher Kompetenzen in hinreichender Weise erkennbar sind. Ziel ist es, für den Lehrerberuf offensichtlich ungeeignete Personen frühzeitig in andere Bahnen zu lenken.

 

Kriterien für die Beurteilung am Ende des Schulpraxissemesters

Didaktisch-methodische Kompetenzen
  Die Praktikantin/der Praktikant
Interesse ist am Inhalt ihrer/seiner Fächer und ihrer motivierenden Vermittlung erkennbar interessiert,
Methodenbewusstsein verfügt über grundlegende Unterrichtsmethoden und entwickelt ein zunehmendes Bewusstsein für deren Bedeutung im Lernprozess,
Strukturiertheit lässt erkennen, dass er/sie Unterricht nach Zielen, Inhalten und Methoden differenzieren und sachgerecht strukturieren kann,
Reflexionsfähigkeit

ist zur Analyse der eigenen Unterrichtsversuche und zur reflexiven Auseinandersetzung damit fähig und für Kritik offen.

   
Personale Kompetenzen
  Die Praktikantin/der Praktikant
Haltung und Auftreten
ist engagiert, zuverlässig, selbstständig, kooperativ, kollegial, zeigt im Umgang mit den Schülern/innen Interesse, Verständnis und Humor, fühlt sich angemessen verantwortlich für unterrichtliche und schulische Erfordernisse und ist konsensorientiert, ist begeisterungsfähig und offen für Neues,
Sprache und Kommunikationsfähigkeit
ist zu differenziertem, überzeugendem Ausdruck fähig und kann eigene Vorstellungen vermitteln, bewältigt sprachlich/stimmlich Einzel-, Gruppen-, Klassengespräche, ist fähig, Äußerungen von Schülern und Kollegen zu verstehen und auf sie angemessen zu reagieren,
Emotionale Ausgeglichenheit und Belastbarkeit
kann belastende Situationen bewältigen, geht mit Misserfolgen offensiv und konstruktiv um, kann Zeit effektiv einteilen und sich im schulischen Alltag organisieren,
Erzieherisches Wirken ist sich ihrer/seiner Bedeutung als Vorbild in allen Bereichen bewusst, vermittelt den Schülern/innen individuelle Wertschätzung und Wahrnehmung ihrer Stärken, verfügt über Taktgefühl.



Das SPS wird in Blockform abgeleistet und kann wahlweise in allgemein bildenden Gymnasien oder beruflichen Schulen in Baden-Württemberg absolviert werden. Es beginnt mit dem neuen Schuljahr im September und endet vor den Weihnachtsferien. Das Praktikum umfasst insbesondere die Begleitung des Unterrichts (Hospitation von etwa 10 Unterrichtsstunden pro Woche, Teilnahme an der Unterrichtstätigkeit im Umfang von insgesamt 30 Unterrichtsstunden), die Teilnahme an sonstigen schulischen Veranstaltungen wie Konferenzen, Elternabenden usw. und die Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen wie Schulfeiern, Sporttage, Landheim usw.). Zudem muss am Ende ein Praktikumsbericht vorgelegt werden.

Angesichts der vom Kultusministerium prognostizierten schlechteren Einstellungschancen im Bereich des allgemein bildenden Gymnasiums im Vergleich zum beruflichen Schulwesen bietet sich als interessante Alternative das Schulpraxissemester an einer beruflichen Schule an. Zum einen lernen Sie dabei das breite Spektrum dieses Schultyps und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die dort tätigen Lehrkräfte aus erster Hand kennen, zudem könnte sich das Unterrichten an einer beruflichen Schule aufgrund der dort gemachten Erfahrungen als echte Alternative zur Tätigkeit an einem allgemein bildenden Gymnasium herausstellen. Außerdem sind die Chancen auf einen Praktikumsplatz an einer beruflichen Schule in Freiburg und Umgebung in der Regel deutlich höher als bei den allgemein bildenden Gymnasien.

Hinweis: Für Ihre Meldung zur Wissenschaftlichen Prüfung ist es unerheblich, ob Sie das Schulpraxissemester an einem allgemein bildenden Gymnasium oder an einer beruflichen Schule absolviert haben. Genauso wenig treffen Sie damit schon eine Vorentscheidung für Ihren späteren Berufsweg!

Nähere Informationen:

Praxissemester in der Schule

Rahmenbedingungen

  • Die Ausbildung kann nur in den Fächern stattfinden, die an der jeweiligen Schule angeboten werden.
  • Ist aufgrund der Fächerkombinationen der Bewerber oder aus anderen wichtigen Gründen ein ordnungsgemäßer Unterrichtsbetrieb oder eine ordnungsgemäße Ausbildung an einer Schule nicht möglich, können Bewerber an andere Schulen verwiesen werden.
  • Das Weisungsrecht und die Aufsichtspflicht gegenüber den Praktikantinnen und Praktikanten liegt bei der Schulleitung und den von ihr Beauftragten (Ausbildungslehrern und Mentoren).
  • Am Ende des Praktikums in der Schule steht eine mündliche Abschlussberatung mit schriftlicher Zusammenfassung durch die Schulleitung bzw. die Ausbildungslehrerin oder den Ausbildungslehrer. Die Schule stellt die Teilnahmebescheinigung für das Praxissemester aus. Diese ist dem Landeslehrerprüfungsamt bei der Meldung zum Ersten Staatsexamen, bei den Studiengängen zum höheren Lehramt für berufliche Schulen dem Prüfungsamt der Hochschule, vorzulegen.
  • Für die Praktikanten besteht Unfallversicherungsschutz gemäß § 2 SGB VII.

 

Ausbildungslehrerinnen und -lehrer

Die Ausbildungslehrerinnen und -lehrer nehmen im Auftrag der Schulleitung Betreuungs-, Beratungs- und Organisationsaufgaben an der Schule wahr und halten Verbindung zu den Staatlichen Seminaren und, soweit möglich, zu den Hochschulen. Alle Tätigkeiten der Praktikantinnen und Praktikanten an der Schule werden mit der Ausbildungslehrerin oder dem Ausbildungslehrer abgestimmt.

Tätigkeitsfelder

Teilnahme am Schulleben:

  • Unterricht: Hospitation, Unterrichtsassistenz, eigene Unterrichtsversuche
  • Schulische Veranstaltungen: Konferenzen, Elternabende etc.
  • außerunterrichtliche Veranstaltungen: Schulfeiern, Sporttage, Landheime etc.
  • Partner der Schule: andere Schularten, Wirtschaft, Jugendeinrichtungen etc.

Teilnahme an den regelmäßig stattfindenden Ausbildungs- und Betreuungsveranstaltungen der Ausbildungslehrerin oder des Ausbildungslehrers und der Schule.

Führen eines Berichtshefts und Erstellen eines Abschlussberichts:

  • Beschreibung der Ausbildungsinhalte in ihrer Abfolge
  • Arbeitsaufträge der Ausbildungslehrerinnen und –lehrer und ggf. der Seminarlehrkräfte mit einer Dokumentation über ihre Erledigung
  • Dokumentation der Vorbereitung und Durchführung eigener Unterrichtsversuche
  • Reflexion über die eigenen Erfahrungen

 

Praxissemester am Seminar

Die unterrichtliche Praxis wird in regelmäßigen Begleitveranstaltungen der Studienseminare zur Pädagogik und Pädagogischen Psychologie sowie zu den Fachdidaktiken aufgearbeitet, welche in verschiedenen Organisationsformen (halbtägige oder ganztägige Veranstaltungen) an geeigneten Schulen oder vergleichbaren Einrichtungen vor Ort durchgeführt werden.

Die fachdidaktischen Lehrveranstaltungen finden in fachbezogenen Gruppen oder in Gruppen affiner Fächer statt und dienen der Erarbeitung fachdidaktischer Grundfragen. Diese Veranstaltungen können für Fächer, in denen die Zahl der Praktikanten gering ist, auch seminarübergreifend organisiert werden.

Die Seminare erstellen einen Detailplan für den seminaristischen Teil der Betreuung der Praktikanten und teilen diesen den Schulen vor dem Ende des Schuljahres für das neue Schuljahr mit.

 

Hinweise zum Anmeldeverfahren

Die Anmeldung zum Schulpraxissemester erfolgt ausschließlich online unter www.praxissemester-bw.de. Der Anmeldezeitraum variiert von Jahr zu Jahr (Beginn immer erster Montag nach den Osterferien). Die Anmeldungen zum Schulpraxissemester werden von den Schulen ab dem zweiten Tag des Anmeldezeitraums bearbeitet. In der Regel ist die Fächerkombination für die Auswahl der Praktikanten und Praktikantinnen das entscheidende Kriterium, in einigen Fällen auch die Anzahl der Fachsemester.

Auch die Anmeldung zum erforderlichen vierwöchigen Praktikum nach dem Schulpraxissemester an einer Deutschen Schule im Ausland oder einer Assistenzzeit (PAD) erfolgt auf dem gleichen Wege und innerhalb des gleichen Zeitraums. Tipps: Unbedingt die Homepages der Schulen nach Fächerprofil/Angeboten durchforsten. Da die Plätze an Gymnasien in Freiburg und Umgebung nach ein bis zwei Tagen vergeben sind, ist die Anmeldung an einer weiter entfernt liegenden Schule zu empfehlen, die nicht so überlaufen ist und daher eine günstigere Betreuungsrelation bieten kann.

Da Zu- und Absagen zeitnah an Sie zurückgemeldet werden, sollten Sie nach Ihrer Meldung per E-Mail erreichbar sein, um im Falle einer Absage sofort eine erneute Bewerbung für eine andere Schule durchführen zu können. Sie dürfen sich bis zum Eingang der Rückmeldung der Schule bei jedem Anmeldevorgang nur für eine Schule anmelden.

Für das Semester, in dem Sie Ihr SPS durchführen, werden Sie nicht beurlaubt, da diese Praktikumsphase integrativer Bestandteil des Lehramtsstudiums ist.

 

Interessante und hilfreiche Links

 

Auf der Seite des Kultusministeriums finden Sie außerdem:

 

Das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien und Sonderschulen) Freiburg stellt auf seiner Homepage zum Praxissemester Informationenen zur Verfügung, darunter auch den Leitfaden zum Praxissemester für Studierende.

Das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) Freiburg stellt ebenfalls Informationen und einen Leitfaden zum Praxissemester für Studierende bereit.

 

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