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Berufs- und Einstellungschancen

In den vergangenen Jahren gab es – wie auch in anderen Studiengängen – beim Lehramtsstudium etliche einschneidende Reformen.

Aus dem Unbehagen heraus, dass man zwar fachwissenschaftlich eine gute Ausbildung genossen hat, aber vom Lehrerdasein in der Referendar-Zeit regelrecht überrollt wurde – mit dem Begriff „Praxisschock“ deutlich umschrieben – erfuhr das Lehramtsstudium aufgrund der Umstrukturierungen  in den Jahren 2000/01 eine stärkere Anbindung an die Berufspraxis. Konkret heißt das, dass Lehramtsstudierende zahlreiche berufsqualifizierende Kompetenzen vermittelt bekommen. So studieren sie nicht nur zwei oder drei Fächer, sondern belegen auch Vorlesungen und Seminare im Fach Erziehungswissenschaft und im Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudium. Dazu kommen in jedem Studienfach fachdidaktische Veranstaltungen, in denen es um die praktische Umsetzung der Theorie in den Schulalltag geht. Außerdem setzt die Zulassung zum Referendariat in Baden-Württemberg ein mindestens 4-wöchiges Betriebs- oder Sozialpraktikum voraus. Das neue, modularisierte Lehramtsstudium seit dem Wintersemester 2010/11 sieht mit der Einführung eines Pflichtmoduls Personale Kompetenz zusätzlich eine Qualifizierung im Bereich beruflicher Schlüsselqualifikationen vor.

Aufgrund dieser vielfältigen Kompetenzen wird den Lehramtsstudierenden eine breite Berufswahl ermöglicht; neben dem üblichen Eintritt in den Schuldienst können sie in Bereichen der Medien, Kultur, Dienstleistung, Wirtschaftsberatung und des Handels tätig werden. Bei entsprechenden Leistungen und Interesse steht auch eine wissenschaftliche Laufbahn mit Promotion und Habilitation offen.

Erst kürzlich wieder wurde in der Presse darauf hingewiesen, dass sich die Einstellungschancen für Geisteswissenschaftler im Bereich der Wirtschaft deutlich erweitert haben. Personalchefs ziehen in einer Welt der Vernetzung, der Globalisierung, der Notwendigkeit von Teamfähigkeit und kreativem Denken geistig flexible, ideenreiche und fremdsprachlich versierte Bewerber den reinen Fachspezialisten vor; insbesondere in den Marketing- und Öffentlichkeitsabteilungen schätzt man deren Kommunikationsfähigkeit und interkulturelle Kompetenz.

Die Einstellungschancen in den Schuldienst hängen von vielen Faktoren ab; genaue Prognosen mit Zahlenbeispielen gibt auch das Kultusministerium nicht heraus, da die Einstellungsquoten oftmals an politische Entscheidungen gebunden sind. Nach Ansicht des Kultusministeriums sind außer Evangelische und Katholische Religion, Sport, Musik, Physik und Bildende Kunst alle anderen Fächer deutlich überbelegt. Zudem wird der allgemeine Schülerrückgang ab 2011/12 auch das Gymnasium erreichen und die Einstellungschancen werden sinken. Andererseits wird wohl der Trend zum Gymnasium als weiterführende Schule anhalten, sodass auch nach 2012 mehr Schüler/innen diese Schulart besuchen werden als in den 90er Jahren. Als Alternative bietet sich die Tätigkeit in den beruflichen Schulen an, wo die Einstellungsaussichten auch in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sehr gut sind.

Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg in Studium und Beruf ist die Wahl der Lehramtsfächer, die den eigenen Fähigkeiten und Neigungen entsprechen und deren Inhalte Freude bereiten.

Aufgrund der heutigen Notwendigkeit einer erhöhten Fremdsprachenkompetenz in unserer globalisierten Welt ist auch einem zukünftigen Gymnasiallehrer, einer zukünftigen Gymnasiallehrerin ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt während des Studiums sehr zu empfehlen – unabhängig von den Studienfächern.

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